Vase der Serie «Valva»
Flavio Poli (1900–1984}
Seguso Vetri d’Arte, Murano, 1954
Farbloses Glas; transparentes rotes und violettes Glas
H 16,5 cm, B 29,5 cm
Vitromusée Romont, VO 834
Diese Vase wurde 1954 von Flavio Poli (1900–1984) für Seguso Vetri d’Arte entworfen und gehört zur Serie Valva. Der italienische Begriff bezeichnet die festen Schalenhälften eines Weichtiers. Die abgeflachte Silhouette der Vase und ihre lange, schräg verlaufende Öffnung erinnern an eine leicht geöffnete Muschel. Die Vase wurde in der Sommerso-Technik gefertigt. Dabei werden verschiedenfarbige Glasschichten heiss übereinandergelegt, ohne sich zu vermischen: Das Werkstück wird dazu nacheinander in Schmelztiegel mit flüssigem Glas getaucht. Hier umschliesst eine dicke Schicht farblosen Glases einen violetten Kern und eine rubinrote Schicht. Durch das klare Glas gewinnen die Farben an Intensität und scheinen zu schweben.
Flavio Poli absolvierte zunächst eine Ausbildung im Bereich Keramik. In den 1930er-Jahren kam er zu Seguso Vetri d’Arte, wo er später künstlerischer Leiter wurde. Zwischen 1951 und 1954 stellte er mehrere Modelle der Serie Valva vor, die bei der Kritik Anerkennung fanden. Mit seinen Entwürfen trug er dazu bei, dass Sommerso-Glas zu einer der prägenden Ausdrucksformen der Muraneser Glaskunst der 1950er-Jahre wurde.