Vitromusée Romont
Rosenwasserflakon

Rosenwasserflakon

Wahrscheinlich Königliche Glasmanufaktur La Granja, San Ildefonso (Segovia), Spanien, um 1820
Farbloses Glas; mehrfarbige Emailbemalung
H 21 cm
Vitrocentre Romont, Sammlung R. und F. Ryser

Dieser Flakon wird der Königlichen Glasmanufaktur La Granja zugeschrieben und entstand vermutlich um 1820. Die 1727 in der Nähe des Königspalasts von La Granja de San Ildefonso gegründete Manufaktur sollte Luxusgüter, die zuvor importiert worden waren, in Spanien herstellen. Nach einer Unterbrechung während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs nahm sie 1815 unter Ferdinand VII. die Produktion wieder auf. Das Gefäss ist aus farblosem Glas geblasen und besteht aus einem bauchigen Körper, einem langen, schmal zulaufenden Hals und einem angesetzten Fuss. Eine grosse Rose in Rosa- und Purpurtönen bildet den Mittelpunkt des Dekors. Sie ist von grünen Blättern, kleinen blauen und orangefarbenen Blüten sowie weissen Ornamenten umgeben. Auch Hals und Fuss sind verziert. Der mehrfarbige Emaildekor ist als breiter Blumenfries angelegt. Er ist charakteristisch für die Produktion von La Granja im frühen 19. Jahrhundert und zeigt unter anderem den Einfluss böhmischer Glashütten.

Der kugelige Körper und der schmale Hals sind typisch für Flakons, die zur Aufbewahrung von Duftwasser dienten. Die Form verringerte die Verdunstung der kostbaren Flüssigkeit und ermöglichte eine sparsame Dosierung. Rosenwasser spielte bei der Körperpflege eine wichtige Rolle; es wurde auch verwendet, um die Hände und Räume zu beduften. Die grosse gemalte Rose schafft eine feine Verbindung zwischen dem Dekor des Flakons und seinem Inhalt.

Die Henkelvase und das Trinkglas werden ebenfalls dieser Manufaktur zugeschrieben, die sowohl dekorative Gegenstände als auch Glaswaren für den täglichen Gebrauch herstellte.

© Foto: Vitrocentre Romont / Yves Eigenmann