Vitromusée Romont
Branntweinflasche

Branntweinflasche

Flühli, Schweiz, um 1780
Farbloses Glas; mehrfarbige Emailbemalung
H 15,8 cm
Vitrocentre Romont, Sammlung R. und F. Ryser

Der Begriff «Flühli-Glas» umfasst die Erzeugnisse der Glashütten, die ab 1723 im Entlebuch betrieben wurden. Damals gründeten die aus dem Schwarzwald stammenden Brüder Josef, Peter und Michael Siegwart in Flühli die erste Glashütte. Ihre Nachkommen setzten die Produktion gemeinsam mit weiteren Glasmacherfamilien bis 1869 an verschiedenen Standorten in der Region fort. Das vielfältige Sortiment reichte von einfachen Gebrauchsgegenständen bis zu aufwendig verzierten Stücken. Figürliche und florale Darstellungen wurden in Emailfarben aufgemalt oder in das Glas graviert und konnten durch Sinnsprüche, Wünsche oder Namen ergänzt werden. Manche dieser Gläser waren als Geschenke zur Taufe, zur Hochzeit oder zu anderen besonderen Anlässen bestimmt.

Die um 1780 entstandene Branntweinflasche wurde formgeblasen und anschliessend mit polychromer Emailmalerei verziert. Durch einen weiteren Brand wurden die Farben dauerhaft mit dem Glas verbunden. Auf der Schauseite ist ein sitzender Mann zu sehen, der ein kleines Glas erhebt. Weisse Ranken und in Braun, Gelb und Grün ausgeführte Motive rahmen die Figur ein. Das Bild des Trinkers nimmt unmittelbar auf den Zweck des Gefässes Bezug. Es diente zur Aufbewahrung und zum Ausschenken von Branntwein. Die kleinere, in der Nähe ausgestellte Flasche mit floralem Dekor entstand ebenfalls um 1780.

© Foto: Vitrocentre Romont / Yves Eigenmann