Deckelpokal mit Golddekor
Böhmen, um 1840
Farbloses Glas; Goldbemalung
H 30 cm (mit Deckel)
Vitrocentre Romont, Sammlung R. und F. Ryser
Seit dem 17. Jahrhundert zählte Goldrubinglas zu den kostbarsten Erzeugnissen der europäischen Glaskunst. Seine intensive rote Farbe verdankte es winzigen Goldpartikeln, die in der Glasmasse verteilt sind. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts rückten mit dem Klassizismus schlichte Formen und farbloses Glas stärker in den Vordergrund. Dieses eignete sich besonders gut für Schliff und Gravur. Gold blieb jedoch ein wichtiges Gestaltungsmittel. Auf die Oberfläche aufgebracht, unterstrich es weiterhin den kostbaren Charakter eines Objekts.
Der hier gezeigte, um 1840 in Böhmen gefertigte Pokal steht auf einem hohen Schaft mit ringförmigen Verzierungen und einem facettierten Mittelstück. Rand, Fuss und Deckel sind mit Gold verziert. Auf der Wandung ist ein Mann mit einem Hund in einer Landschaft dargestellt. Deckelpokale galten ebenso wie die unweit ausgestellte Teedose mit der Darstellung zweier Ritter und das mit einer Figur und einem Hirsch verzierte Glas weniger als Gebrauchsgegenstände denn als repräsentative Luxusobjekte.