Vitromusée Romont
Schale der Serie «Zebrati»

Schale der Serie «Zebrati»

Ercole Barovier (1889–1974), zugeschrieben
Barovier & Toso, Murano, Mitte 20. Jh.
Glas mit Avventurina-Einschlüssen; Dekor aus polychromen Glasfäden
Ø 14,5 cm
Vitromusée Romont

Diese Schale, die Ercole Barovier (1889–1974) zugeschrieben wird, wurde in der Avventurina-Technik gefertigt. Das im 17. Jahrhundert auf Murano entwickelte Verfahren erzeugt ein Glas, das von winzigen Kristallen aus metallischem Kupfer durchsetzt ist, die sich beim Abkühlen der Glasschmelze bilden. Trotz ihres goldenen Glanzes bestehen diese glitzernden Partikel somit nicht aus Blattgold.

Die Herstellung von Avventurina verlangt eine genaue Kontrolle der Temperatur und des Abkühlvorgangs. Das Gelingen scheint beinahe von der ventura, dem Glück oder Zufall, abzuhängen. Darauf soll ihr Name zurückgehen. Das gegen Ende des 17. Jahrhunderts verlorene Herstellungsverfahren soll der Muraneser Glasmacher Vincenzo Miotti zu Beginn des folgenden Jahrhunderts wiederentdeckt haben. Die fertige Avventurina kann bei der Herstellung eines Objekts in das Glas eingearbeitet werden.

Bei dieser Schale ist die Avventurina in transparentes Glas mit bernsteinfarbenen Tönen eingebettet. Weisse und bräunlich-violette Glasfäden wurden heiss aufgebracht und mit einem Kamm zu einem regelmässigen Muster ausgezogen. Unter diesem grafischen Dekor fangen die Kupferkristalle das Licht ein und verleihen der Glaswand Tiefe und Glanz. So entsteht ein Zusammenspiel zwischen der Unberechenbarkeit des Materials und der Präzision des Glasmachers.

© Rechteinhaber; Foto: Vitromusée Romont / Yves Eigenmann