Vitromusée Romont
Ziervase

Ziervase

Louis Comfort Tiffany (1848–1933)
1905
Farbloses Glas, Unterfang, eingeschmolzene und gekämmte Fäden, matt irisiert
H 31 cm, B 12,8 cm, Ø 11,8 cm
Zürcher Hochschule der Künste, Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung, KGS-1971-0037

Die 1905 entstandene Vase zeigt Louis Comfort Tiffanys (1848–1933) Interesse an der Pflanzenwelt. Ihre schlanke Silhouette erinnert an eine aufgeblühte Blume: Der lange Fuss bildet den Stängel, der gewellte Rand die Blütenkrone. Die Vase besteht aus farblosem Glas, das mit einer farbigen Schicht überfangen ist. Grüne und goldfarbene Glasfäden wurden heiss aufgebracht, mit der Wandung verschmolzen und anschliessend mit einem Kamm verzogen. Die so entstandenen Linien erinnern an die Adern eines Blattes oder Blütenblatts. Eine matte Irisierung verleiht der Oberfläche grüne, goldene und perlmuttweisse Reflexe. Es handelt sich um Favrile-Glas, das Tiffany Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Farbe und Dekor sind dabei nicht bloss auf die Oberfläche aufgebracht, sondern Bestandteil des Glases selbst.

Als Sohn des Gründers des Juwelierhauses Tiffany & Co. wandte sich Louis Comfort Tiffany zunächst der Malerei zu. Später verlagerte er sein Interesse auf das Kunstgewerbe, insbesondere auf die Glaskunst. Um 1893 gründete er eine Glasmanufaktur in Corona bei New York. Dort entwickelte er mit spezialisierten Handwerkern Gläser mit irisierenden Oberflächen, die durch den Einsatz von Metalloxiden entstanden. Seine Vasen, Glasmalereien und Lampen zählen zu den charakteristischen Werken des amerikanischen Jugendstils.

© Foto : Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung, ZHdK / M. Perez