Vitromusée Romont
Schale der Serie «Porpora d’oro»

Schale der Serie «Porpora d’oro»

Ercole Barovier (1889–1974), Designer
Barovier & Toso, Murano, Mitte 20. Jh.
Transparentes violettes Glas; Blattgoldfragmente
Ø 20 cm
Vitromusée Romont

Diese Schale gehört zur Serie Porpora d’oro, die Ercole Barovier (1889–1974) Mitte der 1950er-Jahre für die Manufaktur Barovier & Toso entwarf. Die Bezeichnung Porpora d’oro («Goldpurpur») verweist auf die Verbindung von violett getöntem Glas und Blattgold. Die schlichte Form bringt den reichen Dekor zur Geltung. Die Schale wurde aus dickwandigem Glas von Hand geblasen. Ihr purpurroter Farbton entstand durch ein Verfahren namens colorazione a caldo senza fusione («Heissfärbung ohne Verschmelzung»), das Barovier in den 1930er-Jahren entwickelte. Färbende Stoffe werden in das heisse Glas eingebracht, ohne vollständig mit ihm zu verschmelzen. So entstehen Unterschiede in Farbe und Textur. Stücke von Blattgold (foglia d’oro) sind in die Glaswand eingeschlossen. Beim Blasen werden sie gedehnt und bilden unregelmässige Adern, die im Glas zu schweben scheinen. Je nach Lichteinfall schimmert die Schale in Tönen von Rubinrot bis Violett, während das Gold im Glas funkelt.

Ercole Barovier entstammte einer alten Glasmacherfamilie aus Murano. Er trat 1919 in das Familienunternehmen ein und übernahm 1926 dessen künstlerische Leitung. Obwohl er selbst kein Glasmachermeister war, entwarf er Formen und Dekore, die von den Handwerkern der Manufaktur ausgeführt wurden. Ab 1936 arbeitete das Unternehmen mit der Glashütte der Brüder Toso zusammen. 1942 erhielt es den Namen Barovier & Toso. Bis 1972 leitete Barovier die künstlerische Gestaltung der Manufaktur. Mit seinen Experimenten zu Farben, Texturen und Einschlüssen trug er zur Erneuerung der Glaskunst bei.

© Rechteinhaber; Foto: Vitromusée Romont / Yves Eigenmann