Flasche der Serie «A fasce orizzontali»
Fulvio Bianconi (1915–1996), Designer
Venini & C., Murano, um 1988
Transparentes saphirblaues Glas; horizontale Bänder aus opakem rotem Glas
H 46 cm
Vitromusée Romont
Diese schlanke Flasche mit kugelförmigem Stopfen gehört zur Serie A fasce orizzontali («mit horizontalen Bändern»), die Fulvio Bianconi (1915–1996) zwischen 1950 und 1956 für die Glasmanufaktur Venini auf Murano entwarf. Das Exemplar des Vitromusée Romont wurde 1988 ausgeführt. Es zeigt, dass die Manufaktur dieses Modell auch Jahrzehnte nach seinem Entwurf noch produzierte.
Die Serie umfasst Vasen und Flaschen aus farbigem transparentem Glas. Charakteristisch sind zwei bis vier breite, opake Bänder, deren Farbe mit jener des Glaskörpers kontrastiert. Die unregelmässigen Bänder verlaufen um das Gefäss und sind in die Glaswandung eingeschmolzen. Ihre Enden überlappen sich. Bei der ausgestellten Flasche hebt sich das opake Rot des Dekors deutlich vom transparenten Saphirblau des Glases ab. Das Motiv setzt sich auf dem Stopfen fort und verstärkt so die Geschlossenheit der Komposition. Die Grösse der Flasche lässt auf eine dekorative Funktion schliessen.
Die 1921 von Paolo Venini und Giacomo Cappellin gegründete Manufaktur Venini verbindet das traditionelle handwerkliche Können der Glasmacher von Murano mit der gestalterischen Arbeit italienischer und internationaler Künstler, Architekten und Designer. Mit ihren Experimenten zu Formen, Farben und Techniken spielte sie eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung einer modernen Formensprache der Glaskunst des 20. Jahrhunderts. Der italienische Künstler, Grafiker und Illustrator Fulvio Bianconi arbeitete seit der Nachkriegszeit mit Venini zusammen. Seine Entwürfe mit freien Formen und leuchtenden Farben trugen wesentlich zur Erneuerung der Glaskunst von Murano in den 1950er-Jahren bei.